Reiseratgeber und Checkliste

Tipps für einen unbeschwerten Urlaub – Zusammenstellung der Reisekasse

Viele Deutsche packt zumindest einmal pro Jahr das Fernweh. Und was in den 1950er Jahren mit Italien begann, hat sich inzwischen zu einer weltumspannenden Reisewelle entwickelt. Allein der FUR-Reiseanalyse 2010 (Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen) zufolge haben im Untersuchungszeitraum 49 Mio. Bundesbürger eine Reise angetreten – mehr als jeder 2. Deutsche.

Und auch die Wertschätzung, welche in den Haushalten dem Fernweh entgegengebracht wird, kann sich sehen lassen. Laut Tourismusanalyse 2012 der Stiftung für Zukunftsfragen lassen sich die Deutschen ihren Haupturlaub durchschnittlich 1.012 Euro pro Person kosten. Eine Untersuchung des ADAC kommt auf noch höhere Zahlen. 2011 haben die Fernreisen der Deutschen demnach mit 3.802 Euro zu Buche geschlagen.

Fazit: Reisen kostet Geld. Die Zahlen belegen aber auch, dass der Finanzbedarf für den Urlaub unterschiedlich ist. Wie hoch der Aufwand letztlich wirklich wird, hängt von unterschiedlichsten Faktoren ab. Beeinflusst werden die Kosten für die Ferien vor allem durch

  • die gewählte Urlaubsdestination,
  • den Reisezeitpunkt,
  • die Reisedauer,
  • die gebuchte Unterkunft,
  • die gewählte Verpflegungsvariante (Halb- oder Vollpension, All-inclusive),
  • und die Art des Urlaubs (Aktivurlaub, Rundreise, Strandurlaub, Kreuzfahrt usw.).

Welche Bereiche haben generell den größten Einfluss? Die Entfernung zwischen Wohnort und Urlaubsdestination, ein Reisantritt während der Haupt- oder Nebensaison sowie die Qualität der Unterkunft machen sich im Budget für den Urlaub deutlich bemerkbar. Aber auch wer viele Ausflüge unternimmt, muss mit höheren Kosten rechnen.

Grundsätzlich sollte keiner der genannten Punkte unterschätzt werden. Gerade in heißen und trockenen Regionen kann sich die Verpflegungsoption All-inclusive rechnen, da sich hier bereits alkoholfreie Getränke zu einer stattlichen Summe addieren können.

Die Reisekasse – realistisch planen

Eine der großen Herausforderungen für den entspannten Urlaub ist die Planung der Reisekasse. Das Problem: Es sollen einerseits ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, auf der anderen Seite wird kaum ein Haushalt die gesamten liquiden Reserven in die Urlaubskasse stecken. Um den Bedarf realistisch zu beurteilen, müssen mehrere Fragen beantwortet werden.

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Mit unserem Reiseratgeber können Sie gut vorbereitet und entspannt den Urlaub genießen.

Einerseits stellt ein reiner all-inclusive Strandurlaub – unterbrochen nur von einem oder zwei Ausflügen – sicher einen überschaubaren Bedarf dar. Die Rundreise mit einem Mietwagen als Selbstversorger bringt dagegen eine vollkommen andere Dimension mit. Man muss sich angesichts dieser Beispiele also zuerst fragen, welche Art Urlaub man plant. Ein zweiter Aspekt betrifft das allgemeine Preisniveau vor Ort. Mittel- und Westeuropa oder der Mittelmeerraum schlagen sich in einer anderen Größenordnung im Budget nieder als beispielsweise Asien oder Afrika.

Da die Urlaubsnebenkosten von vielen Faktoren abhängen, sind pauschale Aussagen bzw. Angaben natürlich schwierig. Wie ein ADAC-Test aus dem Jahr 2010 gezeigt hat, entsteht bereits innerhalb Europas ein deutliches Nord-Süd-Preisgefälle. Ein identischer Warenkorb kostet in einigen Urlaubsregionen doppelt soviel wie in anderen.

Tipp: Wer sich in klassischen Urlaubsregionen bewegt, muss in der Regel mit einem höheren Budget rechnen. Hier kann der tägliche Bedarf – je nach Urlaubsart und Reiseziel – zwischen 60 und 100 Euro liegen. Andere Destinationen sind dagegen deutlich günstiger, hier kann ein Budget von bis zu 30 Euro bereits ausreichend sein.

Generell sollte man die Urlaubskasse nicht zu knapp auf Kante nähen, sondern Reserven einkalkulieren. So ist für den Arztbesuch im Ausland mitunter eine Barzahlung fällig. Und wer mit einem Mietwagen unterwegs ist, sollte das Risiko eines Bußgelds nicht unterschätzen – unerwarteter Mehrbedarf, welcher die Reisekasse belasten kann. Es ist angesichts solcher Situationen durchaus ratsam, nicht komplett auf Bargeld zu vertrauen, sondern auch ans „Plastikgeld“ zu denken.

Entspannt reisen – Bargeld, Schecks und Kreditkarte

Banknoten und Münzen haben in den letzten Jahren zunehmend Konkurrenz bekommen – durch den bargeldlosen Zahlungsverkehr. Im Urlaub setzen viele Bundesbürger dennoch auf Bargeld im Portemonnaie. Dabei gehen Empfehlungen zum Mix der Reisekasse in eine klare Richtung. Beispielsweise rät der Bundesverband deutscher Banken e.V. zu maximal einem Drittel Bargeld in der Urlaubskasse.

Der Grund ist klar: Je mehr Bargeld man mit sich führt, umso schmerzlicher ist dessen Verlust. Hinzu kommt als weiterer Aspekt, dass Banknoten hohen Nennwerts in einigen Ländern durchaus Misstrauen hervorrufen können. Es ist ratsam, Bargeld in kleinerer Stückelung mitzuführen, um etwa Trinkgelder bei der Ankunft im Hotel usw. ausreichen zu können.

Welche Alternativen zum Bargeld bieten sich noch an? Grundsätzlich kann die Reisekasse mit

ü  der Bank-/EC-Karte,

ü  einer Kreditkarte,

ü  oder Travellerschecks

sinnvoll ergänzt werden.

Tipp: Wer sich vorab über die Situation am Zielort informiert, muss weder in Deutschland Bargeld in die Landeswährung tauschen noch nach Wechselstuben suchen. An Geldautomaten lässt sich durch die Nutzung der EC- oder Kreditkarte mitunter günstiger Bargeld in Form der Landeswährung auszahlen.

EC- oder Kreditkarte – die Qual der Wahl

Viele Haushalte haben sich inzwischen an den Einsatz ihrer Bank-/EC-Karte und die bargeldlose Zahlung damit gewöhnt. Betrachtet man die Situation im Ausland, muss teilweise stark zwischen den einzelnen Urlaubsdestinationen differenziert werden. Während Europa und Nordamerika über ein relativ gut ausgebautes Automatennetz für EC- oder Kreditkarte verfügen und auch die Dichte der Akzeptanzstellen hoch ist, kann die Situation zum Beispiel in Afrika, Lateinamerika oder Asien anders aussehen.

Gerade die in Deutschland weit verbreitete EC-/Maestro-Karte stößt außerhalb Europas schnell an ihre Grenzen. Hier ist der Einsatz einer Kreditkarte als Mittel zum bargeldlosen Zahlen die gängige Alternative. Für welche Variante man sich entscheidet, hängt maßgeblich vom Reiseland ab.

Tipp: Gerade internationale Bankhäuser machen Verfügungen leichter. Vor Reiseantritt sollte man sich informieren, ob die eigene Bank in direkter Nähe zur Unterkunft vielleicht sogar eigene Geldautomaten oder eine Filiale unterhält. Hier ist unter Umständen sogar ein Einsatz der EC-/Maestro-Karte möglich.

Global unterwegs – Tipps zur Kreditkarte

Die Kreditkarte ist beispielsweise in Nordamerika eines der gängigen Zahlungsmittel und sollte gerade für Trips außerhalb Europas Bestandteil der Reisekasse sein. Viele Banken bieten diese inzwischen als Bestandteil fürs Girokonto an. Die Kosten sind dabei unterschiedlich, je nach Art der Kreditkarte müssen Inhaber mit Jahresgebühren zwischen 20 bis 100 Euro rechnen.

Für den Einsatz im Urlaub sollte aber nicht nur die Jahresgebühr zählen. Es kommt auch darauf an, welche Kosten für den Einsatz in Geschäften und Restaurants oder Verfügungen an Automaten anfallen. Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die sogenannten Prepaid-Kreditkarten. Mit einem bestimmten Guthaben vor Reiseantritt ausgestattet, kommen sie dem Sicherheitsbedürfnis der Reisenden entgegen. Allerdings hat die Prepaid-Kreditkarte einen entscheidenden Nachteil – die fehlende Hochprägung. In Akzeptanzstellen mit Imprinter, den sogenannten „Ritsch-Ratsch“-Geräten, fällt die Prepaid-Kreditkarte deshalb als Zahlungsmittel aus.

Selten, aber sinnvoll – Travellerschecks

Reiseschecks, oft auch als Travellerschecks bezeichnet, sind in der Reisekasse eher selten geworden. Einer der Gründe kann darin liegen, dass für den Einsatz der Reiseschecks vor Reiseantritt die Höhe des Budgets klar sein muss. Darüber hinaus ist das Beantragen mit einem gewissen Aufwand verbunden. Im Regelfall sollten die Schecks eine bis zwei Wochen vor Abflug bei Banken bestellt und sofort nach Erhalt unterschrieben werden. Im Urlaubsland ist zum Einlösen eine zweite Unterschrift notwendig, ohne die sich weder in Banken noch an anderen Akzeptanzstellen der Reisescheck verwenden lässt. Hinzu kommt, dass ein Ersatz verloren gegangener Schecks nur bei Vorlage der Kaufabrechnung (diese deshalb getrennt von den Schecks aufbewahren) möglich ist.

Allerdings sind es genau diese Punkte, welche den Reisescheck relativ sicher machen. Und auch die hohe Akzeptanz rund um den Globus sollte man für die Bedeutung der Schecks nicht unterschätzen.

Kosten der Urlaubskasse

Reisen kostet Geld – und auch die Urlaubskasse macht hier keine Ausnahme. Wie sehr diese das Budget belastet, hängt von deren Zusammenstellung ab. Für den Wechsel von Euro in die Landeswährung fallen beispielsweise Wechselgebühren in unterschiedlicher Höhe an. Die Nutzung von EC- und Kreditkarte kann mit Gebühren in wechselnder Höhe für Verfügungen an Automaten und Akzeptanzstellen im Ausland verbunden sein. Und fürs Ausreichen von Reiseschecks verlangen Banken meist 1 – 2 Prozent der Schecksumme als Gebühr. Es ist daher durchaus nicht falsch, sich im Zuge der Reisevorbereitungen auch mit diesem Aspekt zu beschäftigen, um die Reisekasse optimal zusammenzustellen.

Die Reisekasse – das Thema Sicherheit

Sicherheit für die Reisekasse ist im Urlaub immer ein Thema. Bargeld schneidet in diesem Zusammenhang besonders schlecht ab, da Reisende hier das volle Verlustrisiko selbst tragen und es in der Regel nicht ersetzt wird. Um diese Gefahr einzugrenzen, sollte auf Ausflügen nur jene Menge an Bargeld mitgeführt werden, die wirklich nötig ist. Das restliche Geld ist im Zimmer- oder Hotelsafe sicher verwahrt. Wie sieht die Sicherheit aber für Kreditkarte und Travellerschecks aus?

Gerade Letztere gelten allgemein als sicher. Da die ausstellende Bank nach einer Verlustmeldung die Reiseschecks sperrt und das Einlösen im Regelfall nur mit der zweiten Unterschrift möglich ist, haben Langfinger hier das Nachsehen. Bezüglich Kredit- und EC-Karte gelten im Urlaub die gleichen Sicherheitshinweise wie in Deutschland. Die Karte sollte nie unbeaufsichtigt gelassen werden und die PIN ist verdeckt einzugeben.

Tipp: Sollte die Karte nicht gebraucht werden, ist sie im Zimmer- oder Hotelsafe am sichersten. Und um das Diebstahlrisiko zu minimieren, ist es ratsam, Taschen verschlossen, sichtbar und nah am Körper zu tragen. Spezielle Reiseportemonnaies und Wertsachentaschen sind in diesem Zusammenhang hilfreich.

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch zum Verlust, müssen Betroffene die Kredit- oder EC-Karte umgehend sperren. Nur so lässt sich das Kostenrisiko, beispielsweise durch einen Diebstahl, minimieren. Denn auch wenn Langfinger nicht über die PIN verfügen – Abbuchungen sind durch eine Fälschung der Unterschrift möglich. Ärger lässt sich also nur durch eine schnelle Kartensperrung umgehen. Daher sollte man sich die entsprechenden Notfallrufnummern für die Kartensperrung unbedingt im Vorfeld separat notieren. Über die zentrale Rufnummer 116 116 (aus dem Ausland +49 116 116) können alle Karten, das heißt sowohl ec-/Maestro- als auch Kreditkarten, gesperrt werden. Zudem verfügen die ausstellenden Banken in der Regel über eine eigene Servicenummer oder teilen auf Anfrage mit, welche Hotline bei Kartenverlust zuständig ist.

Tipp: Kommt die Karte abhanden, ist es ratsam, sich bei Sperrung über die entsprechende Hotline Datum, Zeit und Ansprechpartner zu notieren.

Sicher und entspannt unterwegs – den Urlaub genießen

Der Urlaub soll die schönste Zeit des Jahres sein, entspannen und den Alltagsstress abbauen. Damit die Ferien diesen Anspruch erfüllen können, ist eine realistisch kalkulierte und entsprechend zusammengestellte Urlaubskasse nötig. Letztere muss heute schon lange nicht mehr nur aus Bargeld und Travellerschecks bestehen. EC- und Kreditkarte sorgen dafür, dass der unbeschwerte Urlaub in greifbare Nähe rückt – ohne Abstriche beim Thema Sicherheit machen zu müssen. Um dennoch für alle Fälle gewappnet zu sein, sollte zum Reisegepäck nicht nur die Urlaubskasse gehören, sondern auch die eine oder andere Notfallnummer, um schnell und unkompliziert auf alle Eventualitäten reagieren zu können. So vorbereitet sorgen die Ferien sicher für die nötige Erholung – fernab von Chef und Arbeitsplatz.

Hier haben wir Ihnen in Kooperation mit kreditkartenvergleich.net eine Checkliste für die Urlaubsvorbereitungen als PDF Dokument zum Ausdrucken bereit gestellt. Reise-Checkliste

Redaktioneller Hinweis:

Diese Tipps für einen unbeschwerten Urlaub wurden Ihnen von der Redaktion des Kreditkarten Portals www.kreditkartenvergleich.net zur Verfügung gestellt. Bei weiteren Fragen zu bestimmten Kreditkarten, können Sie sich per Live-Chat oder Telefon gerne an die Experten des Portals wenden.

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