Rovinj in Istrien / Kroatien

Rovinj ist die berühmteste und charakteristischste Stadt von Istrien, und befindet sich 95 Kilometer von Triest entfernt. Das Gebiet von Rovinj wurde bereits in der Bronzezeit und Eisenzeit bewohnt. Rovinj ist der Ort, an dem die großartige Kultur Istriens zum Blühen begann. In ferner Vergangenheit wurde auf Istrien stets ein reger Warenhandel mit den Etruskern und Griechen gepflegt. Castrum Rubini, das um die heutige Kirche der Heiligen Euphemia erbaut wurde, wurde später Ruvigno oder Rovinj genannt.

Die bewegte Geschichte von Rovinj

Nachdem Rovinj den Angriffen der Slawen, Goten, Westgoten und Hunnen zu Land und Wasser standhielt, fiel Rovinj unter die Herrschaft der Byzantiner, der Lombarden und später unter die Macht der Franken. Während all dieser Zeit blieb Rovinj immer eines der wichtigsten Zentren von Istrien. Um sich vor Streifzügen und Überraschungsangriffen zu schützen, flüchteten die Bewohner auf die umliegenden Inseln und schufen dort die neuen Siedlungen: Albanus Mons, St. Katharina, St. Andreas und Cissa.

Rovinj in Kroatien

Blick auf Rovinj in Kroatien

Im Jahre 1208 fiel Rovinj unter die kurzzeitige Macht des Patriarchen von Aquileia. Begierig nach mehr Autonomie schwor Rovinj 1283 die Treue zu Venedig. Rovinj hatte bereits zu Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts seine eigene Gesetzgebung. Als einer der wichtigsten Häfen von Istrien basierte Rovinj seine Einnahmen auf den Seehandel und spezialisierte sich später auf die Landwirtschaft, den Bergbau und auf das Handwerk. Als Verbündeter von Venedig wurde Rovinj von Genua 1379 verwüstet. In den Jahren 1579 und 1599 wurde die Stadt von den Uskoken angegriffen.

1650 begann sich Rovinj außerhalb seiner Stadtmauern zu erweitern. Ebenso wurden auf dem  Hügel gegenüber der Stadt neue Siedlungen errichtet. 1763 wurde zwischen den beiden Stadthügeln ein Kanal gebaut und Rovinj verwandelte sich somit  in eine Halbinsel. Nach dem Fall Venedigs am 12. Mai 1797, blieb Rovinj bis 1813 unabhängig und wurde dann der  österreichisch-ungarischen Monarchie zugewiesen. Rovinj  wurde dann bis 1943 von Italien regiert und nach dem Frieden von Paris im Jahre 1947 von den Deutschen besetzt. Anschließend wurde Rovinj zusammen mit ganz Istrien und den Kvarner Inseln der Republik Kroatien zugeordnet, die wiederum Teil der jugoslawischen Föderation war.

Urlaub in Rovinj

Wer über die Adria Kroatien mit dem eigenen Fahrzeug erreichen will, der kann dies von Italien aus. Italien ist bis heute das einzigste Land, das Fährverbindungen nach Kroatien anbietet. Ebenfalls ist Italien das einzigste Land, das mit dem Schiff oder der Fähre von Kroatien aus zu erreichen ist. Neben der  Fähre nach Split gibt es auch die Fähren nach Dubrovnik und Zadar. Der Hauptanbieter der Fähren nach Kroatien ist die kroatische Reederei Jadrolinija. Weitere Anbieter sind Blue Line (Ancona Split) und Snav (Ancona Split und Pescara Split). Die Fähre Dubrovnik wird von Bari aus ausschließlich von Jadrolinija angeboten. Das gleiche gilt für die Fähre Zadar, die von Ancona aus startet. Eine weitere Ausnahme ist die Fähre Venedig Kroatien, die von Venezia Lines angeboten wird. Der Anlegehafen ist Piran, der am äußersten nordöstlichen Teil von Istrien liegt. Piran ist in diesem Fall die beste Wahl um nach Rovinj zu reisen.

Sehenswürdigkeiten in Rovinj

Rovinj ist das klassische Beispiel  einer typischen Mittelmeer-Stadt. Rovinj wurde ursprünglich auf einer Insel errichtet, die dann später durch Verlandung mit dem Festland verbunden wurde. Die Stadt entwickelte sich rund um die Kirche, die auch das Zentrum der Altstadt darstellt. Heute ist Rovinj  eines der ältesten und am weitesten entwickelten touristischen Zentren von Istrien und ganz  Kroatien. Rovinj bietet seinen Gästen nicht nur eine breite Palette an Sehenswürdigkeiten, sondern auch eine zauberhafte Natur, die sich aus üppigen Pinienwäldern und wunderschönen Stränden zusammensetzt.

Die auf dem  höchsten Punkt erbaute Kirche der Heiligen Euphemia dominiert zusammen mit dem Turm das Stadtbild von Rovinj.  Während die Barockkirche der Heiligen Euphemia im Jahre 1720 nach den Plänen des venezianischen Architekten Giovanni Dozzi erbaut wurde, stammt die  Fassade aus dem Jahr 1883. Neben der Seitentür ist ein Marmor-Relief der Heiligen Euphemia aus dem  vierzehnten Jahrhundert zu sehen. Im Inneren befindet sich der Sarkophag der Heiligen aus dem späten sechsten Jahrhundert. Der 60 Meter hohe Kirchturm wurde zwischen 1654 und 1680 nach den Plänen von Antonio Manopole errichtet. Auf seiner Spitze thront die wunderschöne Bronzestatue der Heiligen Euphemia, die sich bei Wind um die eigene Achse dreht.

Das überaus charmante historische Zentrum von Rovinj befindet sich innerhalb seiner Stadtmauern, die im zwölften Jahrhundert von den Venezianern zum Schutz gegen die Piraten errichtet wurde. Der begrenzte Raum innerhalb der Mauer führte zu dem Bau der dicht zusammengedrängten Häuser, engen Gassen und kleinen Plätzen. An der antiken Stadtmauer, die später durch Türme verstärkt wurde, befanden sich insgesamt sieben Stadttore. Von diesen sind heute noch drei Tore zu sehen. An der Stelle des äußeren Stadttors befindet sich heute der Bogen von Balbi aus dem Jahre 1680, der heute den Zugang zur Altstadt bildet. Nicht weit von hier steht der Uhrenturm. Ebenso trifft man im historischen Zentrum auf einige Renaissance-und Barockpaläste. Auf dem Valdibora Platz befindet sich das Stadttheater von Rovinj.

Auf der Halbinsel Muntrav, südlich von Rovinj, liegt ein Naturpark, wo man seltene Beispiele mediterraner Vegetation bestaunen kann. Nur 1,5 km von  Rovinj entfernt trifft man auf den Waldpark Punta Corrente, sowie das Kap Zlatni Rat, die beide ideal für Spaziergänge oder Radtouren entlang der gut gepflegten Wanderwege sind. Hier befinden sich auch die alten Steinbrüche der  berühmten Gesteine von Istrien. In der Vergangenheit wurden hier die Steine zum Bau des Dogenpalastes und  vieler anderer Gebäude von Venedig gewonnen. Das Stadtmuseum von Rovinj ist im Rathaus untergebracht. Es besitzt eine wertvolle Sammlung von Gemälden des sechzehnten bis achtzehnten Jahrhunderts und eine Sammlung zeitgenössischer Kunst.

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